Auszeichnungen: Nobelpreis, Karlspreis und weitere Preise
Ein Länderregister ordnet nach Staaten, ein Preisverzeichnis nach Personen und Werken. Diese Strecke führt fünf Auszeichnungen mit dem, was sie unterscheidet: wer sie gestiftet hat, wer über die Vergabe entscheidet und wonach gesucht wird.
Die Auszeichnungen im Überblick
nach Stiftungsjahr| Auszeichnung | seit | Feld | Ort |
|---|---|---|---|
| Nobelpreis | 1901 | Wissenschaft, Literatur, Frieden | Stockholm und Oslo |
| Kleist-Preis | 1912 | Deutschsprachige Literatur | Berlin |
| Karlspreis | 1950 | Europäische Einigung | Aachen |
| Aachener Friedenspreis | 1989 | Friedensarbeit | Aachen |
| Wittgenstein-Preis | 1996 | Grundlagenforschung | Wien |
Was die fünf Preise voneinander trennt
Auszeichnungen unterscheiden sich weniger im Anlass als im Verfahren. Wer den Preis stiftet, wer vorschlagen darf und wer am Ende entscheidet, bestimmt, welche Art von Leistung überhaupt sichtbar wird. Beim Nobelpreis sind es wissenschaftliche Akademien, die aus einem Feld vorgeschlagener Namen auswählen; beim Aachener Friedenspreis ein Verein, dessen Mitglieder selbst über den Vorschlag abstimmen. Beide vergeben einen Friedenspreis, und beide meinen damit etwas anderes. Der Kleist-Preis geht den umgekehrten Weg: Dort entscheidet seit 1912 kein Gremium, sondern eine einzelne Person, die jedes Jahr neu bestimmt wird.
Auch der Kreis der Ausgezeichneten ist verschieden weit gefasst. Der Nobelpreis geht in vier seiner Kategorien an einzelne Personen, höchstens drei je Preis; nur der Friedenspreis kann auch an Organisationen gehen. Der Karlspreis ist ausdrücklich für Personen und Institutionen offen, der Aachener Friedenspreis für Einzelne und Gruppen, der Wittgenstein-Preis ausschließlich für einzelne Forschende, der Kleist-Preis für Schriftstellerinnen und Schriftsteller deutscher Sprache.
Die Einträge im Einzelnen
Nobelpreis, seit 1901, Stockholm und Oslo. Die älteste und bekannteste Auszeichnung dieser Art, gestiftet aus dem Testament Alfred Nobels und seit 1901 in fünf Bereichen vergeben.
Kleist-Preis, seit 1912, Berlin. Der Literaturpreis der Weimarer Republik, 1985 wiederbegründet: Über die Vergabe entscheidet jedes Jahr eine einzelne Vertrauensperson, keine Jury.
Karlspreis, seit 1950, Aachen. Der Internationale Karlspreis zu Aachen würdigt Verdienste um die europäische Einigung und wird seit 1950 im Krönungssaal des Rathauses verliehen.
Aachener Friedenspreis, seit 1989, Aachen. Aus derselben Stadt, mit umgekehrtem Blick: ausgezeichnet werden Menschen und Gruppen, die von unten her zur Völkerverständigung beitragen.
Wittgenstein-Preis, seit 1996, Wien. Die höchstdotierte Auszeichnung der österreichischen Forschungsförderung, vergeben an einzelne Forschende zur freien Verwendung.
Preise und das Länderregister
Wo ein Preis vergeben wird, ist selten Zufall. Die Nobelpreise gehen auf das Testament eines schwedischen Stifters zurück und werden bis heute in Stockholm überreicht – mit einer Ausnahme: Den Friedenspreis vergibt ein Komitee, dessen Mitglieder das norwegische Parlament wählt, verliehen wird er in Oslo. Diese Trennung steht bereits in Nobels Testament von 1895, zu einer Zeit, als Schweden und Norwegen noch in einer Union verbunden waren.
Der Karlspreis ist noch enger an einen Ort gebunden. Er ist nach Karl dem Großen benannt, dessen Grab im Aachener Dom liegt, und wird im Krönungssaal des Aachener Rathauses überreicht. Der Aachener Friedenspreis wählte dieselbe Stadt und einen anderen Termin: den 1. September, den Antikriegstag. Wer die zugehörigen Staaten nachschlagen möchte, findet Schweden, Norwegen, Deutschland und Österreich im Länderverzeichnis; das vollständige Register steht unter Staaten A–Z. Themen, die quer zu den Grenzen liegen, führt das Stichwort-Register.
Häufige Fragen zu den Auszeichnungen
Welche Auszeichnungen führt dieses Verzeichnis?
Fünf: den Nobelpreis (seit 1901), den Kleist-Preis (seit 1912, wiederbegründet 1985), den Internationalen Karlspreis zu Aachen (seit 1950), den Aachener Friedenspreis (seit 1989) und den österreichischen Wittgenstein-Preis (seit 1996). Jeder Eintrag beschreibt Stifter, Vergabeverfahren, Termin und Zweck.
Was ist der älteste dieser Preise?
Der Nobelpreis. Alfred Nobel unterzeichnete sein Testament am 27. November 1895 in Paris; erstmals vergeben wurden die Preise am 10. Dezember 1901 in Stockholm und im damaligen Christiania, dem heutigen Oslo.
Warum stehen zwei Aachener Preise nebeneinander?
Weil sie sich auf entgegengesetzte Ebenen beziehen. Der Karlspreis würdigt seit 1950 Personen und Institutionen, die die europäische Einigung vorangebracht haben, meist aus Politik und Wirtschaft. Der Aachener Friedenspreis zeichnet seit 1989 Menschen und Gruppen aus, die nach dem Selbstverständnis des Vereins „von unten her" zur Völkerverständigung beitragen.
Wer entscheidet über die Vergabe eines solchen Preises?
Das ist von Preis zu Preis verschieden und der wichtigste Unterschied zwischen ihnen. Beim Nobelpreis sind es wissenschaftliche Akademien und ein vom norwegischen Parlament gewähltes Komitee, beim Karlspreis ein Direktorium der Stadt Aachen, beim Aachener Friedenspreis die Mitglieder eines Vereins, beim Wittgenstein-Preis eine internationale Jury der Forschungsförderung und beim Kleist-Preis eine einzelne, jedes Jahr neu bestimmte Vertrauensperson.