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Weltalmanach

Karlspreis Aachen: Vergabe, Geschichte und Preisträger seit 1950

Der Internationale Karlspreis zu Aachen wird seit 1950 an Personen und Institutionen verliehen, die sich um Europa und die europäische Einigung verdient gemacht haben. Überreicht wird er im Krönungssaal des Aachener Rathauses.

Europa im Ausschnitt der Weltkarte
Verliehen wird in Aachen; ausgezeichnet wird, wer Europa als Ganzes voranbringt.

Entstehung

Der Preis entstand in einer Stadt, die vier Jahre nach Kriegsende in Trümmern lag und unmittelbar an zwei Nachbarländer grenzt. Die Stifter knüpften an die Geschichte des Ortes an: Aachen war Königspfalz Karls des Großen, sein Grab liegt im Dom, und die Stadt versteht sich seither als früher Mittelpunkt eines zusammenhängenden Europa. Aus diesem Bezug leitet sich der Name ab.

Der erste Preisträger war 1950 Richard Nikolaus Graf Coudenhove-Kalergi, der schon in den zwanziger Jahren für einen europäischen Zusammenschluss geworben hatte. Damit war die Richtung festgelegt: Ausgezeichnet wird nicht ein Werk, sondern eine politische Wirkung.

Wer entscheidet

Über die Vergabe entscheidet ein Direktorium, in dem die Stadt Aachen, die Hochschule, die Kirchen, die Kammern und weitere städtische Einrichtungen vertreten sind. Es ist damit ausdrücklich kein Fachgremium wie bei einem Wissenschaftspreis, sondern eine bürgerschaftliche Zusammensetzung, die eine öffentliche Wirkung beurteilt.

Die Statuten lassen neben Einzelpersonen auch Institutionen zu. Das ist mehr als eine Formalie: Es erlaubt, eine Leistung auszuzeichnen, die keiner einzelnen Person zuzurechnen ist – etwa die Arbeit einer Einrichtung über Jahrzehnte. Preise, die nur Personen vorsehen, können das nicht.

Der Termin und der Ort

Verliehen wird traditionell an Christi Himmelfahrt, also an einem beweglichen Feiertag, der sich nach dem Osterdatum richtet und zwischen Ende April und Anfang Juni liegt. Schauplatz ist der Krönungssaal des Aachener Rathauses, das auf den Fundamenten der Pfalz errichtet wurde. Die Verleihung 2026 fand am 14. Mai statt; ausgezeichnet wurde Mario Draghi.

Neben dem Hauptpreis gibt es ein Projektpreisgeld, mit dem die Ausgezeichneten gemeinnützige Vorhaben ihrer Wahl unterstützen können. Der Preis wirkt damit über die Zeremonie hinaus.

Einordnung

Der Karlspreis ist der ältere der beiden Aachener Preise und der mit dem größeren Öffentlichkeitsbezug. Der Aachener Friedenspreis entstand 1989 in derselben Stadt mit umgekehrtem Blick: Er wendet sich an jene, die Frieden nicht aus Regierungsämtern heraus befördern. Wer die politische Landkarte dahinter sucht, findet Deutschland und seine Nachbarn im Länderverzeichnis, die Zuordnung der Staaten zu ihren Erdteilen auf der Kontinentübersicht.

Statuten, Direktorium und die vollständige Liste der Ausgezeichneten veröffentlicht die Karlspreisstiftung.

Häufige Fragen zum Karlspreis

Seit wann gibt es den Karlspreis?

Seit 1950. Der Internationale Karlspreis zu Aachen wurde in diesem Jahr gestiftet und noch im selben Jahr erstmals vergeben – an Richard Nikolaus Graf Coudenhove-Kalergi, den Begründer der Paneuropa-Bewegung.

Wofür wird der Karlspreis verliehen?

Für Verdienste um Europa und die europäische Einigung. Ausgezeichnet werden nach den Statuten sowohl Persönlichkeiten als auch Institutionen, was ihn von Preisen unterscheidet, die einzelnen Personen vorbehalten sind.

Warum heißt der Preis nach Karl dem Großen?

Weil sein Grab im Aachener Dom liegt und die Stadt sich in seiner Nachfolge als früher Mittelpunkt Europas versteht. Verliehen wird der Preis im Krönungssaal des Aachener Rathauses, der auf der Pfalz Karls errichtet wurde.

Wann findet die Verleihung statt?

Traditionell an Christi Himmelfahrt. Der Termin wandert deshalb mit dem Osterdatum durch das Frühjahr; 2026 fiel er auf den 14. Mai, an dem Mario Draghi ausgezeichnet wurde.