Olympische Spiele: Geschichte, Symbole und alle Austragungsorte
Von den Wettkämpfen in Olympia seit 776 v. Chr. bis zu den Spielen der Gegenwart: Ursprung, Wiederbegründung 1896 und die Orte, an denen gespielt wurde.
Die Spiele der Antike
Im antiken Griechenland wurden zu Ehren des Zeus in Olympia Wettkämpfe ausgetragen. Belegt sind sie seit 776 v. Chr. durch eine überlieferte Siegerliste; ihre Anfänge reichen in mythische Zeit zurück. Anfangs gab es eine einzige Disziplin, den Stadionlauf. 708 v. Chr. kam der Fünfkampf hinzu – Laufen, Weitsprung, Diskus, Speer und Ringen.
684 v. Chr. wurden die Spiele von einem auf drei, später auf bis zu fünf Tage mit bis zu 13 Wettbewerben ausgeweitet, darunter Pferde- und Wagenrennen. Der Vierjahreszeitraum zwischen zwei Spielen hieß Olympiade und diente als Zeitrechnung. Ein Gottesfriede schützte An- und Abreise der Athleten und Zuschauer. Die Sieger erhielten einen Kranz aus Zweigen des heiligen Ölbaums und zu Hause hohe Ehren. 393 n. Chr. verbot Kaiser Theodosius I. die Spiele als heidnische Götterverehrung.
Die Wiederbegründung 1896
Der französische Pädagoge und Historiker Pierre de Coubertin (1863–1937) gilt als Urheber der Idee, die Spiele in moderner Form und auf internationaler Grundlage wieder aufleben zu lassen. Die ersten Spiele der Neuzeit fanden 1896 in Athen statt und folgten danach dem antiken Vierjahresrhythmus – unterbrochen 1916 sowie 1940 und 1944 durch die Weltkriege.
Ab Paris 1900 waren auch Frauen zugelassen, zunächst nur in wenigen Disziplinen. Die Teilnahme war lange Amateuren vorbehalten; seit den 1980er-Jahren wurden die Zulassungsregeln schrittweise geöffnet.
Die olympischen Symbole
Die Fahne mit den fünf verketteten Ringen auf weißem Grund geht auf Coubertin zurück und wurde 1920 in Antwerpen erstmals gezeigt. Das olympische Feuer wurde 1936 zum ersten Mal im Hain von Olympia mit einem Hohlspiegel entzündet und in einem Fackellauf zum Austragungsort gebracht; die Idee geht auf den Sportfunktionär Carl Diem zurück. Der olympische Eid wurde 1920 zum ersten Mal gesprochen und gehört seither zur Eröffnungsfeier.
Austragungsorte der Sommerspiele
Athen 1896 und 2004 · Paris 1900, 1924 und 2024 · St. Louis 1904 · London 1908, 1948 und 2012 · Stockholm 1912 · Antwerpen 1920 · Amsterdam 1928 · Los Angeles 1932, 1984 und 2028 · Berlin 1936 · Helsinki 1952 · Melbourne 1956 · Rom 1960 · Tokio 1964 und 2020 · Mexiko-Stadt 1968 · München 1972 · Montreal 1976 · Moskau 1980 · Seoul 1988 · Barcelona 1992 · Atlanta 1996 · Sydney 2000 · Peking 2008 · Rio de Janeiro 2016 · Brisbane 2032.
Austragungsorte der Winterspiele
Chamonix 1924 · St. Moritz 1928 und 1948 · Lake Placid 1932 und 1980 · Garmisch-Partenkirchen 1936 · Oslo 1952 · Cortina d’Ampezzo 1956 · Squaw Valley 1960 · Innsbruck 1964 und 1976 · Grenoble 1968 · Sapporo 1972 · Sarajevo 1984 · Calgary 1988 · Albertville 1992 · Lillehammer 1994 · Nagano 1998 · Salt Lake City 2002 · Turin 2006 · Vancouver 2010 · Sotschi 2014 · Pyeongchang 2018 · Peking 2022 · Mailand und Cortina 2026.
Das Internationale Olympische Komitee
Vorbereitung, Durchführung und Kontrolle der Spiele liegen beim Internationalen Olympischen Komitee, 1894 auf Coubertins Anregung in Paris gegründet. Es hat seinen Sitz in Lausanne und entscheidet als höchste Instanz der olympischen Bewegung über das Programm und die Vergabe an eine Stadt. Die Staaten, aus denen die Mannschaften kommen, führt das Staatenverzeichnis; Programm, Termine und Ergebnisse veröffentlicht das Komitee auf olympic.org.
Häufige Fragen zu den Olympischen Spielen
Seit wann gibt es die Olympischen Spiele?
Die antiken Spiele sind seit 776 v. Chr. durch eine überlieferte Siegerliste belegt; ihre Anfänge liegen davor. 393 n. Chr. wurden sie verboten. Die Spiele der Neuzeit begannen 1896 in Athen.
Was bedeuten die fünf olympischen Ringe?
Die fünf verketteten Ringe in Blau, Gelb, Schwarz, Grün und Rot auf weißem Grund stehen für die Verbundenheit der Kontinente. Pierre de Coubertin entwarf das Symbol; erstmals verwendet wurde es 1920 in Antwerpen.
Seit wann dürfen Frauen teilnehmen?
Seit den zweiten Spielen der Neuzeit 1900 in Paris, zunächst nur im Tennis und Golf. Die Zahl der Disziplinen für Frauen wuchs über das gesamte 20. Jahrhundert; erst 2012 waren in allen Sportarten Frauen zugelassen.
Wer entscheidet über den Austragungsort?
Das Internationale Olympische Komitee, gegründet 1894 in Paris, mit Sitz in Lausanne. Es entscheidet über Programm und Vergabe der Spiele an eine Stadt – nicht an einen Staat.