Die
FIFA (Fédération
Internationale de Football Association) wurde im Mai
1904 durch die nationalen Verbände von Frankreich,
Belgien, Dänemark, den Niederlanden, Spanien, Schweden
und der Schweiz in Paris gegründet; noch innerhalb
eines Jahres schlossen sich die Verbände aus Deutschland,
Österreich, Italien und Ungarn sowie England, Schottland,
Wales und Irland der FIFA an. Bis 1909 setzte sich die
FIFA ausschließlich aus europäischen Verbänden
zusammen. Die ersten Mitglieder aus Übersee waren
1909/1910 Südafrika, 1912 Argentinien und Chile,
1913 die USA. Das war der Beginn der weltumspannenden
Tätigkeit der FIFA. 1932 erfolgte die Verlegung
des FIFA-Hauptsitzes nach Zürich und die Eintragung
als gemeinnützige Organisation nach Schweizer Recht.
Mitglieder
In der FIFA sind inzwischen 207
nationale Fußballverbände mit über 200
Mio. Einzelmitgliedern zusammengeschlossen, die ihrerseits
in Dachverbänden auf allen Kontinenten organisiert
sind: AFC (Asian Football Confederation) in Asien, CAF
(African Football Association) in Afrika, CONCACAF (Confederation
of North, Central American and Caribbean Association
Football) in Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik,
CONMEBOL(Confederación Sudamericana de Fútbol)
in Südamerika, OFC (Oceania Football Confederation
– OFC) in Ozeanien und UEFA
(Union of European Football Associations) in Europa.
Der Union der Europäischen Fußballverbände
UEFA gehört auch der 1900 gegründete Deutsche
Fußballbund (DFB)
an.
Aufgaben
Das Ziel der FIFA ist die Förderung
und Überwachung des Amateur- und Berufsfußballspiels.
Der Verband vergibt den Austragungsort der Fußballweltmeisterschaften
und richtet die Qualifikationsspiele sowie die Endrunden
der WM aus. Seit der ersten Fußballweltmeisterschaft
1930 in Uruguay veranstaltet die FIFA – mit Unterbrechungen
während des Ersten und Zweiten Weltkriegs –
alle vier Jahre die Weltmeisterschaft (WM), die zur
größten Einnahmequelle der FIFA wurde. Außerdem
veranstaltet sie weitere internationale Turniere, darunter
die Weltmeisterschaften für Junioren der einzelnen
Altersklassen – U 17 (seit 1991) und U 20 (seit
1977) –, die Weltmeisterschaften für Frauen
(seit 1991) und die Hallen-WM (seit 1989) sowie die
Beach-Soccer-Weltmeisterschaft. Zudem führt sie
das olympische Fußball-Turnier durch, das seit
den Olympischen Spielen von 1908 in Paris fester Bestandteil
des olympischen Programms ist. 1996 wurde das erste
olympische Fußball-Turnier für Frauen ausgetragen.
Neben der Veranstaltung internationaler Turniere liegen
die Hauptaufgaben der FIFA bei der Festlegung von verbindlichen
Fußballregeln und von Anweisungen für Schiedsrichter
bei internationalen Turnieren. Darüber hinaus führt
sie Weiterbildungskurse für Trainer, Schiedsrichter,
Sportärzte und Funktionäre etc. durch.
Organisation
Verwaltet wird die FIFA von einem
Generalsekretariat, das in Zürich und Zug (Schweiz)
rund 280 Mitarbeitende beschäftigt. An seiner Spitze
steht der FIFA-Generalsekretär (seit 2002 Urs Lini/Schweiz),
der für die Umsetzung der Entscheidungen des 24-köpfigen
Exekutivausschusses verantwortlich ist. Alle zwei Jahre
tagt das FIFA-Plenum (Kongress), in dem jedes Mitgliedsland
mit jeweils einer Stimme, unabhängig von Größe
und Einfluss, stimmberechtigt ist. Der Kongress entscheidet
über die künftige FIFA-Politik und über
die Aufnahmeanträge neuer Mitgliedsländer.
Darüber hinaus wählt er alle vier Jahre den
FIFA-Präsidenten. Seit 1998 hat dieses Amt der
Schweizer Joseph Blatter inne, 2002 wurde er für
eine zweite Amtszeit wiedergewählt.
Finanzierung
Die FIFA finanziert sich vor allem
über die Einnahmen aus den internationalen Wettbewerben
und Weltmeisterschaften. Im Finanzjahr 2005 konnte der
Verband seinen Gewinn auf 214 Millionen Schweizer Franken
(rund 135 Millionen Euro) steigern. Zum Jahresende verfügte
er nach eigenen Angaben über Eigenkapital in Höhe
von 461 Millionen Schweizer Franken (rund 292 Millionen
Euro). Den Einnahmen von 874 Millionen Franken (rund
554 Millionen Euro) standen 2005 Ausgaben von 660 Millionen
Franken (418 Millionen Euro) gegenüber. Durch die
WM 2006 in Deutschland erlöst die FIFA mindestens
1,6 Milliarden Euro.
Entwicklung
Lange Zeit machten Europäer
und Lateinamerikaner die WM unter sich aus. Der Brasilianer
João Havelange warb bei seiner Wahl zum FIFA-Präsidenten
1974 besonders um die Stimmen der afrikanischen Delegierten.
Den Entwicklungsländern versprach er finanzielle
Unterstützung und mehr Teilnehmerplätze. Dafür
erhöhte er die Gesamtzahl der WM-Teilnehmer: An
der WM 1982 in Spanien nahmen erstmals 24 statt bisher
16 Mannschaften teil. Seit 1998 treten 32 Teilnehmer
bei der WM an. Die FIFA-Fußball-WM 2006 ist das
18. Turnier zur Ermittlung des Weltmeisters. Seit 1930
gab es dabei allerdings erst sieben Gewinner: Brasilien
(5 Titelgewinne), Deutschland (3), Italien (3), Argentinien
(2), Uruguay (2), England (1) und Frankreich (1).
Der WM-Pokal
Der Gewinner der Fußball-WM
erhält nach einer neuen Regelung eine vergoldete
Kopie des FIFA-Weltpokals, das Original der WM-Trophäe
verbleibt im ständigen Besitz der FIFA. Der nach
dem Franzosen Jules Rimet (FIFA-Präsident von 1921
bis 1954) benannte erste WM-Pokal, auch als »Goldene
Göttin« bezeichnet, wurde 1930 zum ersten
Mal verliehen (an Uruguay). Kurz vor der WM 1966 in
England wurde die Trophäe auf einer Ausstellung
gestohlen. Einige Tage später fand ein Hund namens
Pickles den vergrabenen Pokal. 1983 blieb das Happy
End aus: Die Trophäe, die 1970 nach dem dritten
WM-Sieg der Brasilianer und der damals noch geltenden
Regelung »für immer« in deren Besitz
überging, wurde in Rio de Janeiro erneut gestohlen
und nicht wieder gefunden. Der von der FIFA in Auftrag
gegebene neue, 36 Zentimeter hohe Pokal wurde aus 18-karätigem
Gold hergestellt und wiegt 4970 Gramm. Im Sockel sind
zwei Kränze von Malachit-Halbedelsteinen eingelegt.
Auf dem Sockel haben 17 Eintragungen Platz. Als erster
Spielführer nahm 1974 Franz Beckenbauer den neuen
Pokal nach dem Gewinn des WM-Titels durch Deutschland
in München in Empfang.
Die WM 2006 in Deutschland
Deutschland erhielt 2000 den Zuschlag
als Austragungsort der Endrunde der WM 2006, obwohl
Sepp Blatter Südafrika favorisiert hatte. In Südafrika
wird dafür 2010 die WM stattfinden. An der FIFA-WM
in Deutschland vom 9. Juni bis 9. Juli 2006 nehmen 32
Mannschaften aus allen sechs Kontinentalzonen teil.
Mit dabei sind sechs ehemalige Titelgewinner, darunter
Brasilien als Titelverteidiger und Deutschland als Gastgeber.
Die Spiele finden an zwölf Austragungsorten statt
– das Eröffnungsspiel bestreiten am 9. Juni
in der Münchner Allianz-Arena Deutschland und Costa
Rica, das Endspiel findet am 9. Juli im Berliner Olympiastadion
statt. Zum Schutz der Bevölkerung und der Gäste
der WM stellt die Bundeswehr bis zu 7000 Soldaten bereit:
Sanitätskräfte, ABC-Abwehreinheiten, Pioniere,
Feldjäger mit Sprengstoff-Spürhunden und Hubschrauber
sowie Flugzeuge. Zum Schutz vor Anschlägen kann
Deutschland bei der Fußballweltmeisterschaft mit
Awacs-Aufklärungsflugzeugen der NATO rechnen. Unterstützt
durch die Bundesregierung und den DFB und unter der
künstlerischen Leitung des österreichischen
Multi-Media-Künstlers André
Heller findet rund um die WM ein Kunst- und Kulturprogramm
mit 48 Projekten aus Tanz, Theater, Film und Literatur
statt, das das wiedervereinigte Deutschland als friedliches
und offenes Land darstellen soll – gemäß
dem Motto der WM: »Die Welt zu Gast bei Freunden«.
(MvB)
Links:
FIFA:
www.fifa.com
UEFA:
www.uefa.com
Offizielle
Website der FIFA WM 2006:
http://fifaworldcup.yahoo.com/06/de/index.html
Organisationskomitee
Deutschland FIFA WM 2006:
http://fifaworldcup.yahoo.com/06/de/o/octeam/auf.html
Fußballportal
FIFA-WM 2006:
www.fussballportal.de/wm-2006/teilnehmer/deutschland.php
Die
Internetseite der Bundesregierung zur WM:
http://wm2006.deutschland.de/
Deutscher
Fußball-Bund:
www.dfb.de
André
Heller:
www.andreheller.com
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