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Russland: Terroranschlag von Beslan

 
Mindestens 32 bewaffnete tschetschenische Terroristen stürmten am 1.9.2004 in der Stadt Beslan in der Republik Nord-Ossetien eine Schule und nahmen mehr als 1300 Schüler, Eltern und Lehrer als Geiseln. Sie forderten die Freilassung inhaftierter Rebellen in Inguschetien, die Unabhängigkeit Tschetscheniens und den Abzug russischer Truppen. Nach Verhandlungen mit dem ehemaligen inguschetischen Präsidenten Ruslan Auschew wurden am 2.9. 26 Personen, v.a. Mütter mit Kleinkindern, freigelassen. Am 3.9. stürmten Sondertruppen des Inlandsgeheimdienstes FSB die Schule. Dabei starben mindestens 330 Geiseln, darunter 176 Kinder, sowie angeblich alle Terroristen bis auf einen, mehrere hundert Personen wurden verletzt. Die Ereignisse lösten auch international Entsetzen und Abscheu aus. Am 17.9. bekannte sich der zum islamistischen Flügel der Rebellen zählende Schamil Bassajew zu dem Verbrechen und drohte mit weiteren Anschlägen. Gegen den überlebenden Geiselnehmer, Nurpaschi Kulajew, wurde am 17.5.2005 in Wladikawkas (Nord-Ossetien) ein Strafprozess eröffnet.Unmittelbare Folgen: Nach Beendigung der Geiselnahme richtete sich heftige Kritik vor allem auf das Vorgehen der Sicherheitskräfte und der Geheimdienste, die teilweise chaotisch agiert hatten. Missbilligung fand auch die Informationspolitik der Behörden und die stark eingeschränkte Medienberichterstattung. Präsident Putin enthob am 12.9.2004 den nord-ossetischen Innenminister, Kasbek Dsantijew, und den Leiter des Inlandsgeheimdienstes FSB in Nord-Ossetien, Walerij Andrejew, ihrer Ämter.Eine öffentliche Untersuchung des Terroranschlags lehnte Präsident Putin zunächst ab, erklärte sich am 10.9. aufgrund des öffentlichen Drucks aber doch bereit, eine parlamentarische Untersuchungskommission einzurichten. Deren Vorsitzender teilte am 28.1.2005 mit, dass die Terroristen Verbindungen zu hochrangigen Offiziere aus den Reihen der Sicherheitskräfte gehabt hätten, da ein solcher Anschlag ohne sie unmöglich gewesen wäre.Familien der Terroropfer und Überlebende erhielten von der Regierung Entschädigungszahlungen zwischen umgerechnet 420–2800 €. Für zusätzliche Antiterror- und Sicherheitsmaßnahmen bewilligte die Regierung am 14.9. 5,42 Mrd. US-$. In Nord-Ossetien forderten Opfer des Terrorattentats und deren Angehörige mehrfach den Rücktritt des Republikpräsidenten, Alexander Dsasochow, wegen dessen Krisenmanagement während der Geiselnahme. Diesen Schritt vollzog Dsasochow am 31.5.2005, nachdem er in den Föderationsrat gewählt worden war.
 
 

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