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Staaten : Indonesien: Neue Staatsf�hrung
Indonesien: Neue Staatsf�hrung
21.10.1999

Wahid erhielt bereits im ersten Wahlgang mit 373 der 691 abgegebenen Stimmen die erforderliche Mehrheit. Seine Gegenkandidatin, die Siegerin der Parlamentswahlen vom 7. Juni 1999 und hohe Favoritin, Megawati Sukarnoputri, erhielt 313 Stimmen, 5 Delegierte enthielten sich. Der bisherige Amtsinhaber Habibie von der regierenden Golkar-Partei war nicht zur Wahl angetreten, nachdem die Volksversammlung am 19. Oktober seinen Rechenschaftsbericht mit 355 gegen 322 Stimmen abgelehnt hatte. Sukarnoputris Anh�nger protestierten mit teilweise gewaltt�tigen Demonstrationen gegen das Abstimmungsergebnis.

Am 21. Oktober w�hlte die Beratende Volksversammlung mit 396 Stimmen Megawati Sukarnoputri zur Vizepr�sidentin. Ihre Gegenkandidaten, Generalstabschef Wiranto und Akbar Tanjung von der regierenden Golkar-Partei hatten auf eine Kandidatur verzichtet. Der einzig verbliebene Gegenkandidat, der F�hrer der moslemischen Entwicklungspartei PPP Hamzah Haz, erhielt 284 Stimmen.
Wegen des schlechten Gesundheitszustands des neugew�hlten Pr�sidenten Wahid kommt dem Amt des Vizepr�sidenten und seiner Inhaberin besondere Bedeutung im Demokratisierungsproze� des Landes zu.

Wahid, Abdurrahman (�Gus Dur�) (Indonesien), *Jombang (Ostjava) 4.8. 1940; seit Oktober 1999 Staatspr�sident

Aufgewachsen als Sohn einer einflu�reichen moslemischen Inellektuellenfamilie; Studium der Arabistik und Literatur in Kairo und Bagdad. Seit 1984 steht der als gem��igt geltende islamische Reformer an der Spitze der mit 30 Millionen Anh�ngern einflu�reichen Moslem-Bewegung Nahdlatul Ulama (NU), einer vor allem in den l�ndlichen Gebieten verankerten, eher konservativen Gruppierung. In den Jahren der Suharto-Diktatur ger�t er wiederholt mit dem 1998 gest�rzten Staatschef in Konflikt, nicht zuletzt, weil Wahid sich immer wieder gegen eine Islamisierung des Staates und seiner Gesetzgebung ausspricht. Wahid, der stets f�r Toleranz und Verst�ndigung unter den zahlreichen ethnischen Gruppen und Religionen eintritt, gr�ndet im Juli 1998 die Partei des Nationalen Erwachens PKB, die bei den ersten demokratischen Wahlen seit 44 Jahren am 7. Juni 99 mit 12,6% der Stimmen auf dem dritten Rang landet. 1998 erleidet Wahid einen Schlaganfall, der ihn gesundheitlich stark beeintr�chtigt. Bei den Pr�sidentenwahlen vom 20. Oktober wird er von der Beratenden Volksversammlung zum ersten demokratisch legitimierten Pr�sidenten Indonesiens gew�hlt.

Sukarnoputri, Megawati (Indonesien), *Jogjakarta (Zentraljava) 23.1. 1947; seit Oktober 1999 Vizepr�sidentin

Tochter des Staatsgr�nders Sukarno. Nach dem Studium der Landwirtschaft und Psychologie widmet sie sich zun�chst der Familie. 1985 tritt sie der Demokratischen Partei (PDI), einer der zwei neben der Regierungspartei Golkar zugelassenen Oppositionsparteien, bei, wird Abgeordnete im Parlament und 1993 Parteivorsitzende. 1996 verliert sie auf Betreiben des damaligen Pr�sidenten Suharto ihr Amt als Parteichefin. Sie steigt zur Symbolfigur des Widerstandes gegen die politische Unterdr�ckung durch das autorit�re Regime auf. W�hrend der Unruhen 1998, die zum Sturz Suhartos f�hren, agiert sie im Hintergrund. Aus den ersten freien Wahlen seit 44 Jahren vom 7.-11.6. 1999 geht sie mit ihrer Demokratischen Partei des Kampfes (PDI-P) als Siegerin hervor. Am 21. Oktober wird sie von der Beratenden Volksversammlung zur Vizepr�sidentin gew�hlt.

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