Berlin: SPD siegt bei Abgeordnetenhauswahl 22.10.2001
Die SPD unter dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (Foto) ist am 21. Oktober aus der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus als Sieger hervorgegangen.
Während die Sozialdemokraten im Vergleich zur Abstimmung von 1999 ihr Ergebnis deutlich verbessern konnten und erstmals seit 30 Jahren wieder stärkste Kraft sind, musste die CDU die größte Niederlage hinnehmen, die jemals eine Partei bei einer Landtagswahl erlitt; die Christdemokraten stürzten von 40,8 auf 23,7 Prozent und erreichten damit zugleich das schlechte Ergebnis in Berlin seit 1950. Die PDS legte zu, die Grünen konnten sich bei leichten Verlusten behaupten und die FDP, die 1999 noch an der 5-Prozent-Hürde gescheitert war, erreichte 9,9 Prozent der Stimmen (-> Tabelle). Die Wahlbeteiligung lag mit 68,2 Prozent knapp über der von 1999 (65,5).
Nach ihrem Sieg ist für die SPD nun rechnerisch ein Bündnis mit der PDS oder eine Ampel-Koalition mit den Grünen und der FDP möglich. Vor der Wahl hatten die Sozialdemokraten einer Neuauflage der Großen Koalition mit der CDU eine Absage erteilt. Im Juni war es im Zuge der Bankenaffäre zum Bruch des Bündnisses zwischen den beiden Volksparteien und zur Wahl eines rot-grünen Übergangssenats gekommen.
Wahlen zur Hamburger Bürgerschaft am 23
Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus am 21. Oktober 2001*
Stimmenanteil in %
Sitzverteilung**
2001
1999
2001
1999
CDU
23,7
40,8
35
76
SPD
29,7
22,4
44
42
PDS
22,6
17,7
33
33
Bündnis 90/Grüne
9,1
9,9
14
18
FDP
9,9
2,2
15
-
* vorläufiges amtliches Endergebnis
** Verkleinerung des Parlaments von 169 auf 141 Sitze