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Verstorbene Persönlichkeiten:
  Hans Ulrich Humpert
(69) deutscher Komponist und neben Karlheinz Stockhausen Pionier der elektronischen Musik. Humpert verfasste u.a. das »Lexikon der elektronischen Musik« (1973) und leitete 1972–2007 das Studio für Elektronische Musik an der Kölner Musikhochschule †29.8.2010 Köln

  Alain Corneau
(67) französischer Regisseur und Drehbuchautor; international bekannt wurde er 1991 mit seinem Historienfilm »Tous les matins du monde« (»Die siebente Saite«) mit Gerard und Guillaume Depardieu. †30.8.2010 Paris

  George David Weiss
(89) US-amerikanischer Songwriter und Komponist; er schrieb u.a. »Can't Help Falling in Love« für Elvis Presley und »What a Wonderful World« für Louis Armstrong. 1984 wurde er in die »Songwriters Hall of Fame« aufgenommen. †23.8.2010 Oldwick, New Jersey(USA)

  Lothar Loewe
(81) deutscher Journalist. Bekannt wurde er als ARD-Korrespondent in Washington, Moskau und Ost-Berlin. 1983–1986 war er Intendant des Senders Freies Berlin (SFB), der nach dem Mauerfall zum Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) wurde. †23.8.2010 Berlin

  Christoph Schlingensief
(49) deutscher Film-, Theater- und Opernregisseur sowie Autor, Aktionskünstler und Talkmaster; er zählte zu den bedeutendsten Künstlern im deutschsprachigen Raum. †21.8.2010

  Francesco Cossiga
(82) italienischer Politiker der ehemaligen Democrazia Cristiana (DC), der 1979/80 Ministerpräsident und 1985–1992 Staatspräsident war. †17.8.2010 Rom

  Abbey Lincoln
(80) US-amerikanische Jazzsängerin und Schauspielerin, die in den 1960er Jahren in der US-Bürgerrechtsbewegung engagiert war. †14.8.2010 New York City

  Patricia Neal

(84) US-amerikanische Schauspielerin. Für ihre Rolle in »Der Wildeste unter Tausend« (»Hud«) bekam sie 1964 den Oscar als beste Hauptdarstellerin. †8.8.2010 Edgartown, Massachusetts



  Josef Pillhofer
(89) österreichischer Bildhauer. Der Schüler von Fritz Wotruba galt als einer der wichtigsten österreichischen Bildhauer der Zweiten Republik und beschäftigte sich mit Grundsätzen und Möglichkeiten des Kubismus. †30.7.2010 Wien

  Brigitte Schwaiger
(61) österreichische Schriftstellerin. Ihr Debütroman »Wie kommt das Salz ins Meer?« (1977) wurde ein Bestseller; der autobiographische Text handelt von einem monotonen Ehealltag. Es folgten u.a.: »Mein spanisches Dorf« (1978), »Der Himmel ist süß« (1984), »Liebesversuche« (1989) und »Fallen lassen« (2006). †26.7.2010 Wien

  Theo Albrecht
(88) deutscher Unternehmer; zusammen mit seinem älteren Bruder Karl Albrecht gründete er den Lebensmitteldiscounter Aldi, den die extrem medienscheuen Brüder 1960 untereinander aufteilten: Karl übernahm Aldi Süd, Theo Aldi Nord (Bereich nördlich des Ruhrgebiets). 1993 zog sich Theo Albrecht aus dem operativen Geschäft zurück und lebte – v.a. nach seiner spektakulären Entführung 1971 – streng zurückgezogen. Hinter seinem 90-jährigen Bruder Karl galt Theo Albrecht als reichster Deutscher. †24.7.2010 Essen

  Herbert Giersch
(89) einflussreicher deutscher Ökonom. 1964–70 war Giersch Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung, daneben langjähriges Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums. 1969–89 war er Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW). Um den Dialog zwischen Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit zu fördern, gründete Giersch 1998 eine nach ihm benannte Stiftung. †22.7.2010 Saarbrücken

  Günter Behnisch
(88) deutscher Architekt und Professor für Architektur, der v.a. durch den Bau des Münchner Olympiageländes (1967–1972) international bekannt wurde. †11.7.2010 Stuttgart

  Cesare Siepi
(87) italienischer Bassist, der v. a. mit Stücken von Wolfgang Amadeus Mozart (»Don Giovanni«) auf allen großen Bühnen der Welt Erfolge gefeiert hat. †5.7.2010 Atlanta, Georgia/USA

  Algirdas Brazauskas
(77) litauischer Politiker. Ab 1988 setzte sich der Kommunist für die Unabhängigkeit Litauens von der Sowjetunion ein. Bei der ersten freien Wahl 1993 wurde er zum litauischen Präsidenten bestimmt. Während seiner Amtszeit (bis 1998) führte er Litauen zum NATO- und EU-Beitritt 2004. 2001–2006 war Brazauskas Ministerpräsident einer sozialdemokratisch geführten Koalition. †26.6.2010 Vilnius

  José Saramago
(87) portugiesischer Romancier, Lyriker und Essayist. Der Durchbruch gelang dem überzeugten Kommunisten mit dem Roman »Das Memorial« (1982), einer Liebesgeschichte im 18. Jh.; dem folgten u.a. »Das Todesjahr des Ricardo Reis« (1984), »Das steinerne Floß« (1986), »Geschichte der Belagerung von Lissabon« (1989) und »Das Evangelium nach Jesus Christus« (1991), das in Portugal für Entrüstung sorgte, weil es sexuelle Beziehungen zwischen Jesus und Maria Magdalena beschreibt. 1998 erhielt Saramago als erster Portugiese den Literaturnobelpreis. †18.6.2010 Lanzarote/Spanien


  Heidi Kabel
(95) deutschen Volksschauspielerin. In ihrer mehr als 66-jährigen Karriere stand sie in mehr als 160 plattdeutschen Stücken auf der Bühne des Hamburger Ohnsorg-Theaters. Sie trat auch in zahlreichen Film- und Fernsehrollen auf. †15.6.2010 Hamburg

  Sigmar Polke
(69) deutscher Maler, Grafiker und Fotokünstler; der Miterfinder des Begriffs »Kapitalistischer Realismus« galt international als einer der bedeutendsten Vertreter der deutschen Gegenwartskunst. †11.6.2010 Köln

  Andrej Wosnessenski
(77) russischer Dichter und Schriftsteller; 1958 erschienen seine ersten Gedichte und er wurde zu den Vertreter der »Kinder der 1960er«, die nach dem Ende der Stalin-Ära publizierten. In dieser Zeit kam auch sein Band »Antiwelten« in Deutschland heraus. Wosnessenskis Gedichte waren in der Sowjetunion zeitweise verboten, jedoch wurde er 1978 für sein Werk mit dem Staatspreis der Sowjetunion geehrt. Später schrieb er Texte für Popstars wie die russische Sängerin Alla Pugatschowa. †1.6.2010 Moskau

  Louise Bourgeois
(98) französische Malerin und Bildhauerin, die seit 1938 in New York lebte und arbeitete und als eine der wichtigsten Künstlerinnen der Gegenwart gilt. Bereits sehr früh setzte sie sich u.a. mit Installationen auseinander; weltbekannt sind ihre riesigen Spinnenskulpturen, unter denen Menschen wie kleine Insekten wirken. †31.5.2010 New York City



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