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29.07.10
Gründung der Frauenorganisation UN Women
 
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) hat am 2.7.2010 in einer einstimmig angenommenen Resolution die Einrichtung einer neuen Organisation für die Förderung von Frauen und Geschlechtergleichheit beschlossen: UN Women (United Nations Entity for Gender Equality and the Empowerment of Women). Sie wird am 1.1.2011 die Arbeit aufnehmen und die bisher für Geschlechtergleichheit und Frauenförderung zuständigen vier UN-Einrichtungen – den UN-Entwicklungsfonds für Frauen (UNIFEM), die Abteilung für Frauenförderung (DAW), das Büro der Sonderberaterin des UN-Generalsekretärs für Gleichstellungsfragen (OSAGI) und das Internationale Forschungs- und Ausbildungsinstitut zur Förderung der Frau (INSTRAW) in einer Einheit zusammenzufassen. Damit soll die Wirksamkeit der Gleichstellungspolitik international gestärkt sowie eine effizientere Arbeitsweise gewährleistet werden.

Aufgabe von UN Women ist es, bestehende internationale Verpflichtungen weiterzuentwickeln und weltweit auf deren Einhaltung und Umsetzung hinzuwirken. Die neue Organisation soll entwicklungspolitische Programme durchführen, wofür sie mit einem Haushalt von 500 Mio. US-$ ausgestattet wird. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon erklärte, dass das neue Resort »die Bemühungen um die Gleichstellung von Frauen, um mehr Chancen und gegen ihre Diskriminierung weltweit beflügeln« werde.

Dem Beschluss zur Einrichtung von UN Women war ein vierjähriger Verhandlungsprozess vorangegangen; schließlich war nur ein kleinteiliger Reformprozess konsensfähig. 2006 hatte ein Expertenbericht empfohlen, die UN müssten einheitlicher auftreten. Eine Vereinfachung der Strukturen sei nötig, auch im Frauen- und Genderbereich. Hier sollten die damit befassten vier Institutionen, deren Tätigkeitsfelder sich häufig überschneiden, in einer neuen Organisation aufgehen, um durch die Bündelung von Ressourcen und Kapazitäten mehr Durchsetzungsfähigkeit zu erreichen.

UN-Organisationen wie z.B. das UN-Entwicklungsprogramm UNDP, das UN-Kinderhilfswerk UNICEF oder die Weltgesundheitsorganisation WHO bleiben weiterhin wichtige multilaterale Akteure auch in Fragen der Geschlechtergerechtigkeit. Neben weltweiten operativen Aufgaben leisten sie wissenschaftliche Beiträge zu Entwicklungsfragen wie dem jährlichen UNDP-Bericht zur menschlichen Entwicklung, und setzen sich für benachteiligte Gruppen ein. (MvB)
   
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