| Der Streit um einen NamenAls 1991 Jugoslawien zerfiel und die südliche Teilrepublik Mazedonien ihre Unabhängigkeit erklärte, nahm der Streit über den Namen des neuen Staates seinen Anfang. Griechenland sieht darin eine Usurpierung der antiken griechischen Geschichte, nicht zuletzt der Leistungen Alexanders des Großen. Außerdem befürchtet man, der Staatsname Mazedonien könne zu Verwechslungen mit der benachbarten nordgriechischen Provinz gleichen Namens führen sowie Gebietsansprüche darauf beinhalten. An dieser Auffassung änderte auch ein in die Verfassung Mazedoniens aufgenommener Zusatz nichts, wonach man keine Gebietsansprüche an seine Nachbarn erhebe. So konnte Mazedonien 1993 nur unter der Bezeichnung »Frühere jugoslawische Republik Mazedonien« in die UN aufgenommen werden. Auch die Flagge musste auf griechischen Druck geändert werden. Seit 1993 wird unter Vermittlung des UN-Beauftragten Matthew Nimetz nach einem Kompromiss in der Namensfrage gesucht, ohne dass bislang eine für beide Seiten akzeptable Lösung gefunden worden wäre. Während Mazedonien einen neuen Namen nur im Verkehr mit Griechenland und innerhalb internationaler Organisationen zu akzeptieren bereit ist, erwartet Griechenland die Anwendung der neuen Bezeichnung auch im Inneren des Landes. Mittlerweile haben rd. 120 Länder Mazedonien mit diesem Namen anerkannt, darunter die USA und Russland. Griechenland aber nutzt sein Vetorecht, mit dem es einen Beitritt Mazedoniens zur NATO bzw. EU verhindern kann, um damit Druck auszuüben.
|
 |