Der Fischer Weltalmanach
nachrichtenthemenstaatenbiografienkulturpreisearchiv




Archiv

buchausgabe
cd-rom
links
kontakt
impressum

fischerverlage.de

 

 



 

Deutschland: Siemens-Affäre / Überwachung bei der Telekom

 

Siemens-Affäre: In einem Teilverfahren zu den schwarzen Kassen und dem groß angelegten Schmiergeldsystem im Konzernbereich Kommunikationstechnik verhängte das Landgericht München am 4.10.2007 gegen den Siemens-Konzern eine Geldbuße von 201 Mio. €. Am 8.11. bezifferte der neue, seit 1.7. amtierende Vorstandsvorsitzende Peter Löscher die Summe der dubiosen Gelder, mit denen zwischen 2000 und 2005 hauptsächlich Aufträge im Ausland gesichert werden sollten, auf 1,3 Mrd. €. Mit Ausnahme von Löscher verweigerte die Hauptversammlung der Siemens AG am 24.1.2008 in München die Entlastung der im Geschäftsjahr 2006/07 zuständigen Vorstandsmitglieder und des ehemaligen Aufsichtsratschefs Heinrich von Pierer. Gegen ihn leitete die Staatsanwaltschaft München am 9.5.2008 ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Verletzung der Aufsichtspflicht ein. Unterdessen weiteten sich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft auf mehr als 270 Verdächtige in insgesamt fünf Geschäftsfeldern des Technologiekonzerns aus. Als auch im Geschäftsfeld Medizintechnik Regelverstöße aufgedeckt wurden, erklärte am 23.4.2008 das für diese Sparte verantwortliche Vorstandsmitglied Erich Reinhardt seinen Rücktritt aus der Konzernspitze.

Überwachung bei der Telekom: Ein Artikel des Nachrichtenmagazins Spiegel vom 24.5.2008 und nachfolgende Enthüllungen machten illegale Überwachungsmaßnahmen bei der Deutschen Telekom AG bekannt. Danach wurden zwischen 2005 und 2006 unter Einschaltung einer Berliner Wirtschaftsdetektei die bei der Telekom vorliegenden Verbindungsdaten der Telefon- und Mobilfunkgespräche zwischen führenden Managern und Aufsichtsräten sowie Journalisten ausgewertet, um die Quelle von Indiskretionen zu erkunden; von den Betroffenen sollen auch Bewegungsprofile erstellt und ihre Bankdaten ausgespäht worden sein. Die Staatsanwaltschaft Bonn nahm am 29.5.2008 Ermittlungen u.a. gegen den früheren Konzernchef Kai-Uwe Ricke und den Ex-Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Zumwinkel wegen des Verdachts von Verstößen gegen das Fernmeldegeheimnis und den Datenschutz auf.
 
 

| themen | staaten | biografien | kulturpreise | archiv
| buchausgabe | cd-rom | links | kontakt | impressum |