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Ecuador: Konflikt mit Kolumbien / Erdöl contra Regenwaldschutz / Bombardierung eines Lagers der kolumbianischen Guerillaorganisation FARC

 

Konflikt mit Kolumbien
Zu einer ernsten außenpolitischen Krise, die bis an den Rand eines bewaffneten Konflikts führte, kam es im März 2008 zwischen Ecuador und Kolumbien. Bei einem kolumbianischen Luftangriff am 1.3. auf ein knapp 2 km hinter der gemeinsamen Grenze auf ecuadorianischem Gebiet befindliches Lager der kolumbianischen Guerilla-Organisation Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (FARC) kamen Raúl Reyes, zweithöchster Anführer der FARC, sowie 15 weitere Rebellen ums Leben. Anschließend drangen kolumbianische Bodentruppen nach Ecuador ein, um die Leiche von Reyes und Material aus dem Feldlager der FARC zu bergen. Der Zwischenfall heizte die schon bestehenden Spannungen zwischen beiden Ländern weiter an. In den letzten Jahren hatten kolumbianische Truppen im Rahmen der Koka-Vernichtungsaktionen sowie bei der Verfolgung von FARC-Rebellen immer wieder ecuadorianisches Gebiet betreten. Der kolumbianische Präsident Álvaro Uribe hatte die ecuadorianische Regierung beschuldigt, die FARC aktiv zu unterstützen. Diese Behauptung war von Quito stets zurückwiesen worden. Als Reaktion auf die neuerliche massive Verletzung seiner territorialen Souveränität brach Ecuador am 3.3. die diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien ab und verlegte Truppen an die Grenze. Venezuela erklärte sich mit Ecuador solidarisch, ordnete die Schließung seiner Grenzen zu Kolumbien an, schickte ebenfalls Truppen ins Grenzgebiet und wies kolumbianische Diplomaten aus. Auch Nicaragua brach die diplomatischen Beziehungen zu Bogotá ab. Eine überraschend schnelle Entschärfung der Lage brachte das Gipfeltreffen der Rio-Gruppe der lateinamerikanischen Staaten am 7.3.2008 in der Hauptstadt der Dominikanischen Republik, Santo Domingo: Präsident Uribe entschuldigte sich bei Correa für die Verletzung der territorialen Souveränität Ecuadors. Dieser erklärte sich bereit, den Vorwurf der Kollaboration mit der kolumbianischen Guerilla zu überprüfen. Venezuela und Ecuador zogen daraufhin ihre Truppen von der Grenze zu Kolumbien zurück, Nicaragua stellte die diplomatischen Beziehungen zu Bogotá wieder her. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) verurteilte am 18.3. die Militäraktion Kolumbiens als klaren Verstoß gegen die OAS-Prinzipien. Eine Normalisierung der Beziehung zwischen Ecuador und Kolumbien trat jedoch nicht ein: Zwar versuchte Quito nach eigenen Angaben Anfang April 2008, durch die Zerstörung von 15 Stellungen der FARC im Grenzgebiet zu Kolumbien den Vorwurf der Kollaboration mit den Rebellen zu entkräften. Im Streit um die von Kolumbien vorgenommenen grenzübergreifenden Besprühungsaktionen gegen den Kokaanbau reichte Ecuador aber am 1.4. beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag Klage ein. Die seit 2000 durchgeführten Sprühaktionen hätten zu massiven Gesundheitsproblemen bei den Bewohnern der Grenzregion und zu Schäden an den Feldern geführt. Kolumbien wiederholte dagegen seinen Vorwurf, Ecuador und Venezuela unterstützten die FARC aktiv, bei der Militäraktion von Anfang März sichergestellte Materialien belegten dies zweifelsfrei. Am 9.4.2008 musste der ecuadorianische Verteidigungsminister Wellington Sandoval zurücktreten, der zuvor einer Zeitung gegenüber erklärt hatte, der getötete FARC-Anführer Reyes habe sich regelmäßig in Ecuador aufgehalten. Kurz darauf legten auch die Kommandeure der drei Teilstreitkräfte und der Generalstabschef ihre Ämter nieder.

Erdöl contra Regenwaldschutz
Im September 2007 machte Ecuador einen »innovativen Vorschlag zur Reduzierung der CO&sub2;-Emissionen und zum Schutz der Biodiversität«: Das Land will auf die Ausbeutung der größten Erdöllagerstätte Ishpingo-Tambococha-Tiputini im 1 Mio. ha großen Nationalpark Yasuní, seit 1989 UNESCO-Biosphären-Reservat, verzichten, wenn die internationale Gemeinschaft Ecuador 20 Jahre lang die Hälfte der entgehenden Erlöse zahlt. Die Summe wurde von Präsident Rafael Correa auf jährlich 350 Mio. US-$ beziffert. Der Chef des staatlichen Erdölkonzerns Petroecuador bereitete allerdings schon die Ausschreibung für die Förderung im Yasuní-Park vor. Auch die Abholzung des Regenwaldes in Ecuador schritt weiter voran.

Bombardierung eines Lagers der kolumbianischen Guerillaorganisation FARC
Zu einer ernsten außenpolitischen Krise, die bis an den Rand eines bewaffneten Konflikts führte, kam es im März 2008 zwischen Ecuador und Kolumbien. Bei einem kolumbianischen Luftangriff am 1.3. auf ein knapp 2 km hinter der gemeinsamen Grenze auf ecuadorianischem Gebiet befindliches Lager der kolumbianischen Guerilla-Organisation Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (FARC) kamen Raúl Reyes, zweithöchster Anführer der FARC, sowie 15 weitere Rebellen ums Leben. Anschließend drangen kolumbianische Bodentruppen nach Ecuador ein, um die Leiche von Reyes und Material aus dem Feldlager der FARC zu bergen. Der Zwischenfall heizte die schon bestehenden Spannungen zwischen beiden Ländern weiter an. In den letzten Jahren hatten kolumbianische Truppen im Rahmen der Koka-Vernichtungsaktionen sowie bei der Verfolgung von FARC-Rebellen immer wieder ecuadorianisches Gebiet betreten. Der kolumbianische Präsident Álvaro Uribe hatte die ecuadorianische Regierung beschuldigt, die FARC aktiv zu unterstützen. Diese Behauptung war von Quito stets zurückwiesen worden. Als Reaktion auf die neuerliche massive Verletzung seiner territorialen Souveränität brach Ecuador am 3.3. die diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien ab und verlegte Truppen an die Grenze. Venezuela erklärte sich mit Ecuador solidarisch, ordnete die Schließung seiner Grenzen zu Kolumbien an, schickte ebenfalls Truppen ins Grenzgebiet und wies kolumbianische Diplomaten aus. Auch Nicaragua brach die diplomatischen Beziehungen zu Bogotá ab.
Eine überraschend schnelle Entschärfung der Lage brachte das Gipfeltreffen der Rio-Gruppe der lateinamerikanischen Staaten am 7.3.2008 in der Hauptstadt der Dominikanischen Republik, Santo Domingo: Präsident Uribe entschuldigte sich bei Correa für die Verletzung der territorialen Souveränität Ecuadors. Dieser erklärte sich bereit, den Vorwurf der Kollaboration mit der kolumbianischen Guerilla zu überprüfen. Venezuela und Ecuador zogen daraufhin ihre Truppen von der Grenze zu Kolumbien zurück, Nicaragua stellte die diplomatischen Beziehungen zu Bogotá wieder her. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) verurteilte am 18.3. die Militäraktion Kolumbiens als klaren Verstoß gegen die OAS-Prinzipien. Eine Normalisierung der Beziehung zwischen Ecuador und Kolumbien trat jedoch nicht ein: Zwar versuchte Quito nach eigenen Angaben Anfang April 2008, durch die Zerstörung von 15 Stellungen der FARC im Grenzgebiet zu Kolumbien den Vorwurf der Kollaboration mit den Rebellen zu entkräften. Im Streit um die von Kolumbien vorgenommenen grenzübergreifenden Besprühungsaktionen gegen den Kokaanbau reichte Ecuador aber am 1.4. beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag Klage ein. Die seit 2000 durchgeführten Sprühaktionen hätten zu massiven Gesundheitsproblemen bei den Bewohnern der Grenzregion und zu Schäden an den Feldern geführt. Kolumbien wiederholte dagegen seinen Vorwurf, Ecuador und Venezuela unterstützten die FARC aktiv, bei der Militäraktion von Anfang März sichergestellte Materialien belegten dies zweifelsfrei.
Am 9.4.2008 musste der ecuadorianische Verteidigungsminister Wellington Sandoval zurücktreten, der zuvor einer Zeitung gegenüber erklärt hatte, der getötete FARC-Anführer Reyes habe sich regelmäßig in Ecuador aufgehalten. Kurz darauf legten auch die Kommandeure der drei Teilstreitkräfte und der Generalstabschef ihre Ämter nieder.
 
 

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