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Korea, Rep.: Rindfleischstreit mit den USA
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| Einer ersten innenpolitischen Kraftprobe setzte sich Präsident Lee am 18.4.2008 mit der Entscheidung aus, dem Druck der USA nachzugeben und den Import amerikanischen Rindfleischs wieder aufzunehmen. Die Einfuhr war im Oktober 2007 wegen Bedenken einer möglichen BSE-Infizierung gestoppt worden, nachdem Knochenteile in dem importierten Fleisch entdeckt worden waren. Im Jahr 2003 hatte Südkorea alle Rindfleisch-Importe aus den USA gestoppt, nachdem zwei Fälle von Rinderwahnsinn auf importiertes Fleisch zurückgeführt worden waren. Das neue Abkommen, das Anfang Juni 2008 in Kraft treten sollte und auch den Import des Fleisches von über 30 Monate alten Rindern zulässt, rief den Protest Hunderttausender Bürger hervor, die Anfang Juni 2008 tagelang in Seoul und anderen Städten demonstrierten. Am 3.6. forderte die Regierung von den USA, den Export nach Südkorea einzustellen. Ausgesetzt wurde auch die Ratifizierung des 2007 unterzeichneten Freihandelsabkommens zwischen beiden Staaten. Statt das Kabinett zu entlassen, dessen Rücktritt Regierungschef Han am 10.6. angeboten hatte, wechselte der Präsident am 20.6. das gesamte neunköpfige Führungsteam seines Präsidialamtes aus. Die Wiederaufnahme des Fleischimports am 26.6. löste erneut gewalttätige Demonstrationen aus, bei denen mehr als 200 Personen verletzt wurden. Auch neue Sicherheitsgarantien, die Seoul mit den USA ausgehandelt hatten, hatten die Bevölkerung nicht besänftigen können.
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