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Niederlande: Islamfeindlicher Film

 
Die Veröffentlichung des Kurzfilms »Fitna« (Aufruhr) des rechtspopulistischen Politikers Geert Wilders (PvdV) am 27.3.2008 im Internet führte schon im Vorfeld zu einer wochenlangen polarisierten Debatte in Politik und Gesellschaft, auch über die Niederlande hinaus. Wilders hatte Ende 2007 angekündigt, in dem zehnminütigen Dokumentarvideo den Koran als »faschistisches Buch« entlarven zu wollen. Eingedenk der möglichen Empörung – sowohl von Muslimen im eigenen Land wie auch in der islamischen Welt – distanzierte sich die Regierung in aller Schärfe von dem Vorhaben des Oppositionsabgeordneten und versuchte vergeblich, ihn von der Veröffentlichung abzubringen. Die Proteste nach der Premiere des Films fielen indes gemäßigter aus als erwartet. Kritiker führten dies nicht zuletzt auf die mangelhafte Qualität des Werks zurück, die seine beabsichtigte provozierende Wirkung entschärft habe. Zu Boykottdrohungen oder diplomatischen Schritten kam es u.a. in Malaysia, Indonesien, Iran und Jordanien, auch wurden Internet-Portale gesperrt, die den Film präsentierten. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und die EU-Kommission kritisierten das Pamphlet. Ein Gericht in Den Haag wies am 7.4.2008 den Antrag der Niederländischen Islamischen Föderation zurück, eine einstweilige Verfügung gegen den Film zu erlassen. Dessen Aussagen seien provozierend, schürten aber keinen Hass gegen eine Bevölkerungsgruppe und seien daher durch die Meinungsfreiheit gedeckt.
 
 

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